3. Nationalpark in Bayern geplant

Ende Juli 2016 wurde durch den Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer bekannt gegeben, dass ein 3. Nationalpark in Bayern ausgewiesen werden soll. Seither sucht das Bayerische Umweltministerium unter Staatsministerin Scharf aktiv nach einer möglichen Gebietskulisse. Aktuell konzentriert sich diese Suche klar auf die Buchen-/Eichenwälder des Spessarts.

Mit großem Interesse und Sorge beobachten die Vertreter der Forst-, Holz- und Papierbranche in Bayern die laufenden Bemühungen um die Ausweisung eines 3. Nationalparks. Ein 3. Nationalpark würde eine der wichtigsten Branchen in Bayern erheblich schwächen, insbesondere durch das damit verbundene politische Signal.

Bayerns Waldbesitzer bewirtschaften die Wälder seit Generationen verantwortungsvoll und sorgen so für eine attraktive Kultur- und Naturlandschaft.

Flächenstilllegungen schaden der Forstwirtschaft

Die Diskussionen zu Gunsten einer Nationalparkausrufung und der damit verbundenen großflächigen Stilllegung forstwirtschaftlich genutzter Fläche, sind von einer Vielzahl an Argumenten geprägt, die bei genauerer fachlicher Betrachtung widerlegt werden können.

Verantwortungsvolle Forstwirtschaft sorgt seit Jahrhunderten dafür, dass unsere Wälder als Natur- und Kulturlandschaft so attraktiv für Menschen und Tiere sind wie heute. Artenvielfalt und nachhaltige Waldwirtschaft ergänzen sich. Holznutzung ist Bestandteil unserer Tradition, schafft Arbeitsplätze und dient uns als nachwachsender, vielseitig einsetzbarer Wertstoff.

Klimaschutzplan 2050 fordert eine nachhaltige Forstwirtschaft

Sowohl im Klimaschutzplan 2050, als auch in der Waldstrategie 2020 der Bundesregierung bestärken eine naturnahe und nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder.

In Kapitel 5.6 des Klimaschutzplans 2050 heißt es dazu:

"Standortgerechte, vitale, naturnahe und an den Klimawandel angepasste, nachhaltig bewirtschaftete und produktive Wälder mit überwiegend heimischen Baumarten, wie es die Waldstrategie 2020 als Ziel formuliert, ermöglichen die Sicherung aller Waldfunktionen, einschließlich des Klimaschutzes."

Die Waldstrategie 2020 verweist auf die hohe wirtschaftliche Bedeutung der Forst- und Holzwirtschaft:

"Die wirtschaftliche Grundlage der Forstbetriebe, sowie die Wertschöpfung und Arbeitsplätze der Forst- und Holzwirtschaft sollen erhalten bleiben."

Video zur Infoveranstaltung in Weibersbrunn im Spessart

Video zur Infoveranstaltung in Weibersbrunn · Pro & Contra - Prof. Röder - K.F. Sinner

Video zur Infoveranstaltung in Weibersbrunn im Spessart - Waldbesitzer und Waldbauern

Video zur Infoveranstaltung in Weibersbrunn im Spessart - Ausführungen von Prof. Mosandl

Video zur Infoveranstaltung in Weibersbrunn im Spessart - Betriebe und Arbeitsplätze

Video zur Infoveranstaltung in Weibersbrunn im Spessart - Die Holzrechte

Zwei Informationsveranstaltungen zur Waldsituation im Spessart

Spessartbund organisiert 2 Diskussionsabende

Der Spessartbund beteiligt sich intensiv an der aktuellen Diskussion um einen möglichen Nationalpark Spessart. Ein wichtiger Aspekt dieser Diskussion ist die Entwicklung der Wälder. Daher organisiert der Spessartbund zwei Vortragsabende zu fachlichen Bewertung eines möglichen Nationalparks Spessart, auf die proHolz Bayern hinweisen möchte.

Freitag, 17. März 2017, 19.00 Uhr
Prof. Dr. Reinhard Mosandl,
Leiter des Instituts für Waldbau der TU München
Die Eiche im Spessart, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Der Charakterbaum des Spessarts ist die Eiche. Welches Schicksal hat diese Baumart in einem möglichen Nationalpark? Auf diese Frage wird Prof. Dr. Reinhard Mosandl eine Antwort geben. Das Waldbauinstitut der Technischen Universität forscht seit vielen Jahren im Spessart, beobachtet Langzeitversuchsflächen und hat viele Forschungsergebnisse über den Spessart publiziert.

Donnerstag, 13. April 2017, 19.00 Uhr
Prof. Dr. Burkhard Büdel
Leiter des Lehrstuhls für Pflanzenökologie und Systematik der TU Kaiserslautern
Quo vadis Spessart – Naturpark, Biosphärenreservat,
Nationalpark?

Ist der Spessart mit seinen Buchenwäldern etwas besonders im nationalen und internationalen Kontext? Wie sah der Spessart vor der Besiedlung aus? Kann man den Einfluss von Buche und Eiche auf Biodiversität gegeneinander abwägen? Diesen und weiteren Fragen soll in dem Vortrag anhand konkreter Beispiele aus dem Spessart nachgegangen werden, auch um die Entstehung der Spessartlandschaft zu verstehen und nachzuvollziehen.

Im Anschluss an die Vorträge besteht Gelegenheit zur Diskussion.

Weitere Informationen und Anmeldung.

Veranstaltungsort:

Festhalle Altenbuch
Hüttenbrunnweg
97901 Altenbuch

© Foto: Robert Götzfried